Landwirtschaft

Damals und Heute

Der idyllische Wolfgangshof war einst ein Ort lebendiger Landwirtschaft. Lothar Freiherr von Faber (1817–1896) war nicht nur visionärer Unternehmer und Pionier des sozialen Arbeitgebertums; auch Ackerbau und Viehzucht lagen ihm am Herzen. 1883/1884 kaufte er zwei Güter bei Anwanden, die mit rund 60 Hektar die Grundlage des späteren Gutes Wolfgangshof bildeten. In den folgenden Jahrzehnten hielt sich der Fortschritt die Waage mit der nachhaltigen Herangehensweise eines Grünlandbetriebs. 1927 hatte das Gut einen Bestand von, unter anderem, 64 Milchkühen. Die Vorzugsmilch ging an Krankenhäuser der Region, aber auch die Arbeiter in Graphitmine, Poliererei und Taucherei erhielten 0,5 Liter Milch pro Tag als Deputat. Der Viehbestand wuchs bis in die 60er Jahre weiter an, die Milchproduktion verdoppelte sich. Das Ende der Milchviehhaltung kam 1967 durch die zunehmende Trockenheit. Heute ist das Gut Schauplatz verschiedenster Veranstaltungen wie der Erlebnismesse „Grüne Lust“. Auf den umliegenden Flächen wird noch immer Landwirtschaft betrieben: Das übernehmen unsere Pächter, die sich – gemäß der Tradition Lothar von Fabers – der Natur und den Menschen verpflichtet fühlen. Sie arbeiten schonend auf den kostbaren Böden und legen größten Wert auf die Qualität ihrer Erzeugnisse. Auch unsere Landwirte führen Familienunternehmen und denken in Generationen. Eine Weitsicht, die es ihnen möglich macht, langfristig zu planen und wirkungsvoll die Zukunft ihrer Höfe zu gestalten – „bei steter Arbeit an dem Fortschritte und bei stetem Festhalten an den unumstößlich richtigen Prinzipien“ (Lothar v. Faber).

Texte und Fotos: Violetta Paprotta