Blumen Rühl

Im Wandel der Vegetation durchs Jahr

Wenn der Herbst kommt und die Sonne abends früher untergeht, freut sich Helmut Rühl auf den Winter. „Es gibt dann nichts Schöneres, als in meine warme Werkstatt zu gehen“, schwärmt er. Denn im Winter ist Helmut Rühl Schreiner. Wenn jedoch das Frühjahr kommt, zieht es ihn wieder hinaus auf die Felder und er kann es kaum abwarten, die Saat auszubringen. Dann ist Helmut Rühl Landwirt. Sein Schwerpunkt ist der Blumenanbau. Schillernd stehen Gladiolen, Sonnenblumen und Lilien auf dem Feld vor den Toren des Wolfgangshofs bei Anwanden und auf dem Acker am Rand des Faberwaldes bei Sperberslohe. Dazwischen summt und brummt es. Hier tummeln sich Bienen und Hummeln, hier pulsiert das Leben. Im Frühjahr sammeln die Bienen ihre Pollen auf Narzissen und Tulpen, später wachsen Pfingstrosen und Dahlien, im Herbst grüßen die Astern zum Abschied. „Mich treibt die Vegetation durch das Jahr“, sagt Helmut Rühl und man spürt dabei, welche Energie der Büchenbacher bei seiner Arbeit entfaltet. Er liebt seine Berufe, alle beide. Sie fordern ihn heraus, sie spornen ihn an, sie machen ihn frei. „Auf meinen Feldern wachsen nicht einfach nur Blumen“, sagt er. „Hier begegnen sich Menschen.“ Und die Blumen? Sie schmücken mal Küchentische, mal sind sie Geschenke für Ehefrauen oder die Oma. Sie werden mal in romantischer Stimmung gekauft, mal in trauriger. Helmut Rühl sieht all diese Schattierungen – nicht nur in seinen Blumen.