Försterei Faber-Castell

Die Lichtungen im „Steckerleswald“

Die Julisonne entfaltet schon früh morgens ihre Kraft. Unter den Bäumen suchen große Tiere Schutz vor der Hitze. Mit ihrem dunklen Fell sind sie kaum zu erkennen. Es sind Galloways, schottische Rinder, die hier stehen. Die kleine Herde grast auf einer rund vier Hektar großen Weide, einer ruhigen Wiesenlandschaft mitten im Wald, durch die sich sanft der Hembach schlängelt. Die mächtigen Tiere sind respekteinflößend. Doch von Norbert Feder lassen sie sich streicheln. Die artgerechte Haltung der Galloways ist nicht die einzige ungewöhnliche Aufgabe des Försters. So wird ein Sandacker im Faberwald ganz unter dem Primat des Naturschutzes bewirtschaftet: ohne synthetische Dünger, Pestizide oder Wuchsregulatoren und nur in verringerten Saatdichten. Dies lässt die lichtbedürftigen Hungerkünstler unter den Ackerkräutern üppig gedeihen und einen betörenden Duft verströmen. Der Insektenreichtum wirkt auf die Vogelwelt anziehend: Heidelerche, Braunkehlchen, Neuntöter und Wendehals finden hier ein Refugium. In den Faber-Castell’schen Waldungen wächst alle 40 Minuten ein Kubikmeter Holz zu. Damit dieser Zuwachs möglichst hochwertiges Holz ergibt, sucht Förster Feder mit seiner Waldpflege die ökologisch und ökonomisch wertvollsten Bäume zu begünstigen. So soll aus der Kiefernmonokultur mit der Zeit ein artenreicher und vielschichtiger Mischwald entstehen.